Montage, Halterungen & Aufstellorte

Balkongeländer-Montage: Innen- und Außenmontage im Überblick

Balkonkraftwerk am Geländer montieren: Innen- vs. Außenmontage, passende Halterungen für jeden Geländertyp und worauf du bei der Befestigung achten musst.

    Balkongeländer-Montage: Innen- und Außenmontage im Überblick

    Das Balkongeländer ist der mit Abstand beliebteste Montageort für Balkonkraftwerke in Deutschland. Rund 60 Prozent aller Mini-PV-Anlagen hängen an einer Brüstung, und das hat gute Gründe: Kein Dach nötig, kein Vermieter-Drama wegen Fassadeneingriffen, und die Montage schaffst du in einer halben Stunde mit Bordmitteln. Dieser Artikel zeigt dir, welche Variante zu deinem Geländer passt und wo die Unterschiede zwischen Innen- und Außenmontage wirklich liegen.

    TL;DR

    • Außenmontage bringt mehr Ertrag, weil das Modul freier zur Sonne steht - dafür brauchst du oft eine Vermieter-Genehmigung
    • Innenmontage ist unauffälliger und genehmigungsfrei, kostet aber je nach Aufstellwinkel 10 bis 20 Prozent Ertrag
    • Für Stahlgitter-Geländer gibt es Einhakhaken ab 30 Euro, für Glasgeländer Klemmsysteme, für Betonbrüstungen Aufsteller oder Wandhalterungen
    • Modulgewicht prüfen: Standard-Glas-Glas-Module wiegen 20 bis 25 kg, Leichtmodule ab 5 kg
    • Seit dem Solarpaket I (2024) ist die Montage am Balkongeländer ausdrücklich als privilegierte Maßnahme anerkannt

    Innen oder außen: Was heißt das eigentlich?

    Bevor wir in die Details einsteigen, kurz zur Begrifflichkeit. Bei der Außenmontage hängt das Solarmodul auf der Wetterseite des Geländers, also dort, wo normalerweise der Regen hinprasselt. Das Modul zeigt mit seiner Glasfläche direkt zur Sonne und wird von außen an der Brüstung befestigt. Bei der Innenmontage steht oder lehnt das Modul auf der Balkonseite, also dort, wo du normalerweise deine Tomaten züchtest.

    Der Unterschied klingt trivial, hat aber handfeste Konsequenzen für Ertrag, Optik, Genehmigung und Montageaufwand.

    Außenmontage: Mehr Sonne, mehr Sichtbarkeit

    Die Außenmontage ist die ertragsreichere Variante. Dein Modul hängt frei an der Außenseite des Geländers und bekommt von morgens bis abends ungehindert Sonne ab. Je nach Ausrichtung deines Balkons und dem eingestellten Neigungswinkel holst du hier das Maximum aus deiner Anlage.

    Wie die Außenmontage funktioniert

    Die gängigste Lösung sind Einhakhaken, die du am Handlauf oder an den Geländerstäben befestigst. Diese Haken bestehen meistens aus Edelstahl oder pulverbeschichtetem Aluminium und werden mit Klemmschrauben fixiert. Das Modul wird dann mit Modulklemmen an den Haken verschraubt.

    Der Ablauf sieht typischerweise so aus: Du misst den Durchmesser deines Handlaufs oder die Breite deiner Geländerstäbe. Dann bestellst du passende Haken, die für diesen Durchmesser ausgelegt sind. Die meisten Haken-Sets decken einen Bereich von 25 bis 60 mm ab. Du hängst die Haken über den Handlauf, ziehst die Klemmschrauben fest und legst vorher einen Kratzschutz (Gummieinlage oder Filzstreifen) zwischen Haken und Geländer. Dann schraubst du das Modul mit den mitgelieferten Klemmen an die Haken.

    Wichtig: Ein Kratzschutz ist kein optionaler Luxus. Ohne ihn frisst sich die Halterung bei Wind und Wetter in die Beschichtung deines Geländers, und spätestens beim Auszug wird das zum Thema.

    Neigungswinkel bei der Außenmontage

    Die meisten Außenhalterungen erlauben eine Winkelanpassung zwischen 0 und 30 Grad. Bei 0 Grad hängt das Modul flach am Geländer, quasi wie ein Bilderrahmen. Das sieht unauffällig aus, bringt aber bei Südbalkonen weniger Ertrag als ein leicht geneigtes Modul. 15 bis 25 Grad sind für die meisten Balkone in Deutschland ein guter Kompromiss zwischen Ertrag und Windlast. Bei 30 Grad wird es zwar ertragsoptimal, aber das Modul steht merklich vom Geländer ab und fängt mehr Wind.

    Auf einem Südbalkon in Mitteldeutschland bringt ein senkrecht montiertes Modul (0 Grad Neigung vom Geländer, also 90 Grad zur Horizontalen) etwa 70 Prozent des Ertrags eines optimal geneigten Moduls. Mit 20 Grad Neigung landest du bei rund 85 bis 90 Prozent. Der Unterschied zwischen 20 und 35 Grad ist dann nur noch marginal.

    Vorteile der Außenmontage

    Du gewinnst keinen Zentimeter Balkonplatz. Das Modul hängt vor dem Geländer und nimmt dir keine Stellfläche weg. Gleichzeitig bekommt es die maximale Sonneneinstrahlung, weil keine Geländerstäbe, Blumenkästen oder dein Grillrost Schatten werfen. Die Hinterlüftung ist ebenfalls besser als bei der Innenmontage, was im Sommer durchaus 3 bis 5 Prozent Mehrertrag ausmacht, weil Solarmodule bei hohen Temperaturen an Effizienz verlieren.

    Nachteile der Außenmontage

    Sichtbarkeit. Dein Modul ist von der Straße, vom Hof und von den Nachbarn aus gut zu sehen. Das kann in einer WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) ein Thema sein. Seit dem Solarpaket I vom Mai 2024 sind Balkonkraftwerke zwar als privilegierte bauliche Veränderung anerkannt, was bedeutet, dass die WEG dir die Montage nicht grundlos verbieten darf. Aber die WEG darf durchaus Vorgaben zur Art und Weise der Montage machen, etwa dass Module nur in bestimmten Farben oder nur unterhalb der Brüstungsoberkante montiert werden dürfen.

    Bei Mietwohnungen gilt: Der Vermieter muss die Installation grundsätzlich dulden, kann aber die Art der Ausführung mitbestimmen. In der Praxis empfiehlt es sich, den Vermieter vorher zu informieren, auch wenn du rechtlich auf der sicheren Seite bist.

    Zweiter Nachteil: Windlast. Ein Modul an der Geländeraußenseite ist stärker dem Wind ausgesetzt. In höheren Stockwerken ab dem fünften oder sechsten OG kann das relevant werden. Die Halterung muss dann besonders solide sein, und du solltest die Klemmschrauben mit dem empfohlenen Drehmoment anziehen, nicht einfach handfest.

    Innenmontage: Dezent und genehmigungsfrei

    Die Innenmontage ist die Variante für alle, die es unkompliziert mögen. Du stellst das Modul auf der Balkoninnenseite auf, lehnst es gegen das Geländer oder befestigst es mit Halterungen an der Innenseite der Brüstung.

    Wie die Innenmontage funktioniert

    Für die Innenmontage gibt es im Wesentlichen zwei Ansätze. Der erste: Du nutzt eine Aufständerung, die auf dem Balkonboden steht und das Modul in einem bestimmten Winkel hält. Diese Ständer haben meist eine dreieckige Form und lassen sich im Winkel verstellen. Das Modul lehnt dann von innen gegen das Geländer, ohne direkt daran befestigt zu sein.

    Der zweite Ansatz: Du befestigst Halterungen an der Innenseite des Geländers oder der Brüstung. Das funktioniert ähnlich wie die Außenmontage, nur eben spiegelverkehrt. Das Modul hängt dann an der Innenseite und zeigt durch die Geländerstäbe hindurch zur Sonne.

    Der Ertragsverlust: Wie schlimm ist es wirklich?

    Jetzt wird es spannend, denn hier kursieren online die wildesten Zahlen. Die Wahrheit ist: Der Ertragsverlust durch Innenmontage hängt stark von deinem Geländertyp ab.

    Bei einem offenen Stahlgitter-Geländer ist der Verlust minimal, vielleicht 5 Prozent, weil die Stäbe nur wenig Schatten werfen. Allerdings wandert dieser Schatten im Tagesverlauf über das Modul und kann, je nach Modultyp und Wechselrichter, den Ertrag stärker drücken als die reine Schattenfläche vermuten lässt. Stichwort: Bypass-Dioden. Bei einem Modul mit drei Bypass-Dioden reicht ein schmaler Schattenstreifen über die gesamte Zellenreihe, um ein Drittel des Moduls lahmzulegen.

    Bei einer geschlossenen Betonbrüstung sieht es anders aus. Hier steht das Modul hinter einer Wand und bekommt nur dann direkte Sonne, wenn es über die Brüstungsoberkante hinausragt. Der Ertragsverlust kann hier 20 bis 40 Prozent betragen, je nachdem, wie hoch die Brüstung ist und in welchem Winkel das Modul steht.

    Bei einem Glasgeländer liegt der Verlust irgendwo dazwischen. Klarglas lässt viel Licht durch, aber nicht alles. Milchglas oder Strukturglas schluckt deutlich mehr. Rechne bei Klarglas mit 5 bis 10 Prozent Verlust, bei Milchglas mit 15 bis 25 Prozent.

    Vorteile der Innenmontage

    Von außen sieht man wenig bis nichts. Das macht die Innenmontage zur bevorzugten Lösung in WEGs und bei empfindlichen Vermietern. In vielen Fällen brauchst du gar keine Genehmigung, weil die Module das äußere Erscheinungsbild nicht verändern.

    Außerdem ist die Innenmontage windgeschützter. Das Modul steht hinter dem Geländer und bekommt weniger Windlast ab. In exponierten Lagen oder höheren Stockwerken kann das ein echtes Argument sein.

    Nachteile der Innenmontage

    Platzverlust auf dem Balkon. Ein Solarmodul mit Aufständerung braucht etwa 50 bis 80 cm Tiefe. Auf einem kleinen Balkon kann das der halbe nutzbare Raum sein. Dazu kommt der bereits besprochene Ertragsverlust, der je nach Situation zwischen kaum spürbar und deutlich liegen kann.

    Geländertypen und passende Halterungen

    Nicht jede Halterung passt an jedes Geländer. Hier eine Übersicht der gängigsten Konstellationen.

    Stahlgitter-Geländer (Gitterbalkon)

    Das ist der Klassiker unter den Balkonen in Mehrfamilienhäusern. Senkrechte oder waagerechte Stahlstäbe, oft mit einem runden oder flachen Handlauf oben. Für diesen Typ gibt es die größte Auswahl an Halterungen.

    Rundhaken-Sets greifen über den Handlauf und klemmen sich mit einer Schraube fest. Achte darauf, dass der Haken zu deinem Handlauf-Durchmesser passt. Die meisten Sets sind für Rundrohr von 25 bis 50 mm ausgelegt. Für dickere Handläufe oder Rechteckprofile gibt es spezielle Varianten.

    Stabklemmen greifen direkt an den senkrechten Geländerstäben. Die sind praktisch, wenn dein Handlauf eine ungünstige Form hat oder wenn du das Modul tiefer am Geländer befestigen willst.

    Preislich liegst du bei Stahlgitter-Halterungen zwischen 30 und 70 Euro für ein Zwei-Modul-Set.

    Glasgeländer

    Glasgeländer sind optisch schick, aber montagetechnisch knifflig. Du darfst auf keinen Fall direkt ins Glas bohren oder klemmen, das endet mit einem Sprung. Stattdessen gibt es spezielle Systeme, die am Rahmen des Glasgeländers ansetzen, also an den Aluminium- oder Edelstahlprofilen, die das Glas halten.

    Eine Variante sind Klemmen, die sich am oberen Abschlussprofil befestigen. Diese funktionieren ähnlich wie Handlaufhaken, setzen aber am Metallrahmen statt am Glas an. Wichtig: Das Abschlussprofil muss stabil genug sein, um das Gewicht eines Moduls (plus Windlast) zu tragen. Bei einem 20-kg-Modul und Windkräften, die das Doppelte bis Dreifache des Eigengewichts betragen können, reden wir von einer Belastung von 40 bis 60 kg pro Befestigungspunkt.

    Für freistehende Glasgeländer ohne massives Rahmenprofil gibt es außerdem Saugnapf-basierte Lösungen, die allerdings für dauerhafte Montage eher fragwürdig sind. Hier würde ich zu einer Aufständerung auf dem Balkonboden raten, die das Modul an die Glasscheibe lehnt, ohne sie zu belasten.

    Halterungen für Glasgeländer kosten typischerweise 50 bis 100 Euro und sind aufgrund der spezielleren Anforderungen teurer als Standard-Gitter-Halterungen.

    Betonbrüstung und Mauerbalkon

    Gemauerte Brüstungen oder Betonbalkone haben kein Geländer im klassischen Sinne, sondern eine massive Wand von typischerweise 80 bis 120 cm Höhe. Hier hast du zwei Optionen.

    Erstens: Aufsteller auf dem Balkonboden. Eine Aufständerung stellt das Modul in einem Winkel auf und lehnt es optional gegen die Brüstung. Das ist die einfachste Lösung, weil du nichts bohren musst. Nachteil: Das Modul ragt über die Brüstung hinaus, wenn du einen vernünftigen Neigungswinkel haben willst, und du verlierst Balkonplatz.

    Zweitens: Wandhalterung an der Brüstungsaußenseite. Hier bohrst du Dübel in den Beton oder das Mauerwerk und schraubst Montageschienen an, an denen das Modul hängt. Das erfordert eine Bohrmaschine mit Steinbohrer und passende Schwerlastdübel. Der Vorteil ist, dass das Modul komplett außen hängt und keinen Platz wegnimmt. Der Nachteil: Du bohrst Löcher in die Fassade, was bei Mietwohnungen problematisch sein kann.

    Bei Betonbrüstungen empfehle ich Schwerlastdübel mit einer Mindestlänge von 80 mm und einem Durchmesser von 10 mm. Pro Modul solltest du mindestens vier, besser sechs Befestigungspunkte vorsehen.

    Holzgeländer

    Holzgeländer findest du häufig bei älteren Einfamilienhäusern und auf Terrassen. Das Material ist weicher als Stahl, weshalb du nicht einfach Standard-Klemmen verwenden kannst, die sich ins Holz fressen und die Struktur schwächen.

    Die bessere Lösung: Verschraubung mit Holzschrauben. Du schraubst Montagewinkel oder Schienen direkt ans Holzgeländer. Verwende Edelstahlschrauben mit mindestens 6 mm Durchmesser und 60 mm Länge. Vorbohren ist Pflicht, sonst spaltet das Holz. Und prüfe vorher den Zustand des Holzes: Morsche Stellen, Fäulnis oder starke Verwitterung sind Ausschlusskriterien. Ein morsches Geländer mit einem 20-kg-Solarmodul zu belasten, ist keine gute Idee.

    Kosten für Holzgeländer-Lösungen: 20 bis 50 Euro, wenn du mit Standardbeschlägen aus dem Baumarkt arbeitest.

    Schritt für Schritt: Die Montage am Stahlgitter-Geländer

    Da das Stahlgitter-Geländer der häufigste Fall ist, hier der konkrete Ablauf.

    Was du brauchst

    Halterungs-Set mit Haken und Modulklemmen (passend für deinen Handlauf-Durchmesser), Innensechskantschlüssel oder Maulschlüssel (meist 10 oder 13 mm), Wasserwaage, Kratzschutz-Einlagen (oft im Set enthalten, sonst Gummistreifen aus dem Baumarkt), Maßband. Optional: Drehmomentschlüssel für die exakte Anzugskraft.

    Der Ablauf

    Miss den Durchmesser deines Handlaufs mit dem Maßband. Rund? Eckig? Flach? Notiere die Maße und gleiche sie mit den Angaben der Halterung ab.

    Lege die Kratzschutz-Einlagen in die Haken ein. Hänge die Haken über den Handlauf, gleichmäßig verteilt. Für ein Standard-Modul mit 1,70 m Breite brauchst du in der Regel drei bis vier Haken. Der Abstand sollte maximal 60 cm betragen.

    Ziehe die Klemmschrauben handfest an. Noch nicht komplett festziehen, du musst die Position noch korrigieren können.

    Hebe das Modul an und setze es in die Modulklemmen ein. Hier ist ein zweites Paar Hände sehr willkommen, denn ein Modul alleine auf einem Balkon im fünften Stock zu jonglieren, macht keinen Spaß und ist ein Sicherheitsrisiko.

    Richte das Modul mit der Wasserwaage aus. Ziehe dann alle Schrauben fest. Die meisten Hersteller empfehlen 15 bis 20 Nm Drehmoment für die Klemmschrauben. Wenn du keinen Drehmomentschlüssel hast: Handfest plus eine Vierteldrehung ist ein brauchbarer Richtwert, aber übertreib es nicht, sonst verformst du die Haken.

    Schließe das Kabel am Wechselrichter an und verbinde den Wechselrichter mit der Steckdose. Fertig.

    Die gesamte Montage dauert bei zwei Personen 20 bis 30 Minuten. Alleine eher 45 Minuten, und du solltest dir wirklich überlegen, ob du alleine ein 20-kg-Modul über ein Geländer hievst.

    Sonderfälle und Stolpersteine

    Balkon in der WEG

    Wie schon erwähnt: Seit dem Solarpaket I im Mai 2024 sind Steckersolargeräte als privilegierte bauliche Veränderung im WEG-Recht verankert (§ 20 Abs. 2 WEG). Die WEG kann dir die Installation nicht mehr einfach verweigern. Sie darf aber Vorgaben zur Ausführung machen, solange diese den Betrieb nicht unzumutbar einschränken. In der Praxis heißt das: Stelle den Antrag in der Eigentümerversammlung, lege ein kurzes Konzept mit Fotos der geplanten Position vor und rechne damit, dass es Rückfragen zur Optik gibt.

    Denkmalschutz

    Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten strengere Regeln. Die Privilegierung aus dem Solarpaket I gilt hier nur eingeschränkt. Wenn dein Haus unter Denkmalschutz steht, brauchst du in den meisten Bundesländern eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Die Innenmontage ist hier oft die einzige realistische Option, weil sie das äußere Erscheinungsbild nicht verändert.

    Auskragende Balkone und Vorbauten

    Nicht jeder Balkon ist gleich gebaut. Bei auskragenden Balkonen (die ohne Stützen frei aus der Fassade ragen) gelten strengere Gewichtsgrenzen als bei aufgeständerten Balkonen. Ein einzelnes Solarmodul mit 20 kg ist in der Regel kein Problem, aber wenn du zwei Module plus schwere Halterung plus den üblichen Balkonkram (Blumenkästen, Möbel, Grill) zusammenrechnest, kann die Nutzlast eng werden. Typische Balkone sind für 300 bis 400 kg/m² Nutzlast ausgelegt, aber bei Altbauten vor 1970 können es auch nur 200 kg/m² sein.

    Module mit Rahmen vs. rahmenlose Module

    Die meisten Balkonkraftwerk-Module haben einen Aluminiumrahmen. Dieser Rahmen ist der Befestigungspunkt für Modulklemmen. Rahmenlose Module (Glas-Glas ohne Alu-Rahmen) sehen eleganter aus, brauchen aber spezielle Laminatklemmen, die das Glas seitlich fassen, ohne es zu beschädigen. Diese Klemmen sind teurer und erfordern etwas mehr Sorgfalt bei der Montage. Wenn du dir das Leben einfach machen willst, nimm Module mit Rahmen.

    Welche Variante lohnt sich für wen?

    Die Entscheidung zwischen innen und außen ist keine rein technische. Sie hängt von deiner Wohnsituation, deinem Geländertyp und deiner Risikobereitschaft ab.

    Außenmontage lohnt sich, wenn du einen Südbalkon mit offenem Stahlgeländer hast, der Vermieter oder die WEG kooperativ ist und du den maximalen Ertrag willst. Ein nach Süden ausgerichtetes 400-Wp-Modul an der Balkonaußenseite bringt in Mitteldeutschland rund 350 bis 400 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von 35 Cent pro kWh sind das 120 bis 140 Euro Ersparnis jährlich.

    Innenmontage lohnt sich, wenn du Ärger vermeiden willst, einen kleinen oder geschlossenen Balkon hast (Betonbrüstung, Milchglas) oder in höheren Stockwerken wohnst, wo die Windlast ein Thema ist. Der Ertrag ist geringer, aber ein Balkonkraftwerk, das 80 Prozent des theoretischen Maximums bringt, ist immer noch besser als gar kein Balkonkraftwerk.

    Und wenn du einen Ost- oder Westbalkon hast? Dann spielt der Unterschied zwischen innen und außen eine kleinere Rolle, weil die Sonne ohnehin nur einen halben Tag direkt auf dein Modul scheint. Hier ist die Außenmontage trotzdem ertragreicher, aber der absolute Unterschied in Euro ist kleiner.

    Häufige Fehler bei der Geländermontage

    Ein paar Dinge, die in der Praxis regelmäßig schiefgehen und die du leicht vermeiden kannst.

    Zu wenige Befestigungspunkte. Zwei Haken für ein 1,70-Meter-Modul sind zu wenig. Der Wind greift flächig an, und bei nur zwei Punkten wirkt ein enormes Hebelmoment auf die Haken. Minimum drei, besser vier Befestigungspunkte pro Modul.

    Falsche Haken für den Handlauf-Durchmesser. Klingt banal, passiert aber ständig. Wenn der Haken für 25 bis 40 mm ausgelegt ist und dein Handlauf 50 mm hat, klemmt nichts richtig. Miss vorher, bestell passend.

    Kein Kratzschutz. Nach ein paar Monaten Wind und Wetter hat die Halterung die Beschichtung deines Geländers durchgescheuert, und du hast Rost. Gummipuffer kosten einen Euro und sparen dir eine Geländer-Sanierung.

    Kabel nicht gesichert. Das Kabel vom Modul zum Wechselrichter muss zugentlastet sein. Wenn es frei baumelt und der Wind es hin- und herschwingt, kann es am MC4-Stecker ausreißen oder sich an scharfen Kanten durchscheuern. UV-beständige Kabelbinder am Geländer schaffen Abhilfe.

    Modul zu hoch montiert. Wenn das Modul 30 cm über die Brüstung hinausragt, fängt es deutlich mehr Wind als nötig. Versuche, das Modul so zu positionieren, dass es maximal auf Höhe der Brüstungsoberkante endet, oder nur minimal darüber.

    Leichtmodule als Alternative

    Falls dein Geländer alt, dünn oder anderweitig fragil ist, lohnt sich ein Blick auf Leichtmodule. Diese wiegen nur 5 bis 8 kg statt der üblichen 20 bis 25 kg bei Standard-Glas-Glas-Modulen. Die Leichtmodule haben auf der Rückseite statt einer zweiten Glasschicht eine Kunststofffolie, was das Gewicht drastisch reduziert. Manche Hersteller bieten sogar flexible Module an, die sich leicht biegen lassen und praktisch bündig ans Geländer schmiegen.

    Der Nachteil: Leichtmodule sind in der Regel teurer pro Watt Peak und haben eine kürzere Lebensdauer als Glas-Glas-Module. Während Glas-Glas-Module oft 30 Jahre und mehr halten, sind es bei Folie-Rückseite-Modulen eher 20 bis 25 Jahre. Für einen fragilen Balkon kann der Gewichtsvorteil diesen Nachteil aber locker aufwiegen.

    Zwei Module nebeneinander oder übereinander?

    Auf breiten Balkonen kannst du zwei Module nebeneinander montieren. Das ist die Standard-Konfiguration und nutzt die Geländerbreite optimal aus. Auf schmalen Balkonen kann es sinnvoll sein, ein Modul hochkant zu montieren, was aber spezielle Halterungen erfordert und die Windangriffsfläche verändert.

    Übereinander montieren, also ein Modul über dem anderen, funktioniert theoretisch, bringt aber erhebliche statische Herausforderungen mit sich. Das Gesamtgewicht verdoppelt sich, der Hebel auf die Halterung wird größer, und die Windlast steigt ebenfalls. In der Praxis würde ich davon abraten, es sei denn, du hast eine massive Betonbrüstung und Schwerlast-Halterungen.

    Die seit dem Solarpaket I erlaubte Anlagenleistung von bis zu 800 Watt Wechselrichter-Ausgangsleistung und 2000 Watt Peak Modulleistung lässt sich mit zwei Standard-Modulen von je 400 bis 450 Wp gut abdecken. Mehr als zwei Module am Balkongeländer sind selten sinnvoll, weil die Fläche begrenzt ist und die statische Belastung steigt.

    Die Montage am Balkongeländer ist nicht ohne Grund so beliebt: Sie ist schnell, günstig und reversibel. Ob du dich für innen oder außen entscheidest, hängt von deinem konkreten Balkon ab. Wenn du unsicher bist, starte mit der Außenmontage und einem soliden Halterungs-Set, das ist in den meisten Fällen die beste Kombination aus Ertrag und Aufwand.