Mobile Apps für unterwegs: Solarertrag immer im Blick
Du bist auf der Arbeit, im Supermarkt oder im Urlaub, und willst wissen, ob dein Balkonkraftwerk gerade die Sonne nutzt? Oder du willst abends auf dem Sofa den Tagesertrag checken? Dafür brauchst du eine App, die deinen Solarertrag auf dem Smartphone anzeigt. Die gute Nachricht: Es gibt für jedes Setup und jedes Betriebssystem eine passende Lösung. Die Frage ist nur, welche App zu deiner Monitoring-Infrastruktur passt.
TL;DR
- Hersteller-Apps (S-Miles Home, Deye SUN, APsystems EMA) sind der einfachste Einstieg und für die Basics ausreichend
- Home Assistant Companion App ist das Schweizer Taschenmesser: zeigt alles, was dein lokales System weiß, auch von unterwegs
- Grafana Mobile bringt deine Dashboards aufs Smartphone, erfordert aber Fernzugriff auf deinen Server
- Widget-Lösungen für Android und iOS zeigen den aktuellen Ertrag direkt auf dem Homescreen
- Push-Benachrichtigungen bei Störungen sind der größte Praxisnutzen der mobilen Überwachung
Hersteller-Apps: Der Standardweg
Die einfachste mobile Monitoring-Lösung kommt vom Hersteller deines Wechselrichters. Diese Apps sind kostenlos, schnell eingerichtet und decken die Grundbedürfnisse ab.
Hoymiles: S-Miles Home
Die S-Miles Home App ist seit dem großen Update Anfang 2025 deutlich besser als ihre Vorgänger. Sie zeigt:
- Echtzeit-Leistung mit ca. 5 Minuten Verzögerung
- Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresstatistiken
- Leistung pro Moduleingang
- Push-Benachrichtigungen bei Offline-Status oder Fehlern
Die App ist übersichtlich gestaltet und reagiert schnell. Was gut klappt: Der schnelle Blick auf den aktuellen Status. Was weniger gut klappt: Detailanalysen. Die Grafiken sind schick, aber nicht interaktiv (kein Reinzoomen, kein Verschieben des Zeitraums).
Verfügbar für Android und iOS.
Deye SUN-App / Solarman Smart
Deye-Wechselrichter nutzen im Hintergrund die Solarman-Cloud. Du kannst entweder die offizielle Deye SUN-App oder direkt die Solarman Smart App verwenden. Beide zeigen die gleichen Daten, Solarman Smart hat allerdings die aufwendigere Oberfläche mit einem animierten Energiefluss-Dashboard.
Solarman Smart zeigt:
- Energiefluss in Echtzeit (Produktion, Verbrauch, Netz)
- Tages- und Monatsstatistiken
- Alarmbenachrichtigungen
Die App ist optisch ansprechend, hat aber Schwächen bei der Geschwindigkeit. Gerade die Startzeit ist lang, weil die App jedes Mal die aktuellen Daten aus der Cloud laden muss. Und die Übersetzung ins Deutsche ist stellenweise holprig.
APsystems EMA App
Die EMA App hat den einzigartigen Vorteil des Bluetooth-Direktzugriffs: Wenn du in der Nähe deines Wechselrichters bist, siehst du Live-Daten in Echtzeit, ohne Cloud-Umweg. Unterwegs nutzt die App die EMA-Cloud.
Die Oberfläche ist funktional, die Daten zuverlässig, der Funktionsumfang für die Basics ausreichend. Für detaillierte Analysen fehlt es an interaktiven Grafikfunktionen.
Envertech
Die Envertech-App bietet Grundfunktionen (Leistung, Ertrag, Status), ist aber die schwächste im Vergleich: langsame Updates, wenig Funktionen, keine Push-Benachrichtigungen. Wenn du einen Envertech-Wechselrichter hast und mehr willst, führt der Weg schnell zu Drittanbieter-Lösungen.
Stärken und Schwächen der Hersteller-Apps
Die gemeinsamen Stärken: Kostenlos, schnelle Einrichtung, zeigen die Basics. Die gemeinsamen Schwächen: Cloud-Abhängigkeit, keine Offline-Funktion (außer APsystems per Bluetooth), keine Integration mit anderen Datenquellen (Stromzähler, Wetter), keine individuellen Dashboards, begrenzte historische Daten.
Home Assistant Companion App: Das Powerhouse
Wenn du Home Assistant als lokale Smart-Home-Zentrale nutzt, ist die Companion App die mächtigste mobile Monitoring-Lösung. Sie zeigt alles, was dein Home Assistant weiß, direkt auf dem Smartphone.
Was die Companion App kann
Die Home Assistant Companion App (verfügbar für Android und iOS) ist kein reines Monitoring-Tool, sondern eine vollwertige Fernbedienung für dein gesamtes Smart Home. Für das PV-Monitoring relevante Funktionen:
Dashboards: Du siehst deine selbst gestalteten Home-Assistant-Dashboards auf dem Handy. Die Energiefluss-Karten, Tesla-Style Power Flow Cards und Sankey-Diagramme funktionieren auch mobil. Du baust das Dashboard einmal auf dem Desktop und hast es danach auf dem Handy.
Push-Benachrichtigungen: Die App kann dir Push-Nachrichten schicken, die von Home-Assistant-Automationen ausgelöst werden. Beispiele:
- "Dein Balkonkraftwerk ist seit 2 Stunden offline"
- "Tagesertrag: 4,3 kWh. Neuer Rekord!"
- "Achtung: Modul 1 liefert 40 % weniger als Modul 2"
Diese Automationen definierst du selbst, und sie können beliebig komplex sein. Du entscheidest, welche Informationen wann eine Benachrichtigung auslösen.
Widgets: Auf Android und iOS kannst du Widgets auf dem Homescreen platzieren, die den aktuellen Solarertrag oder den Tagesertrag anzeigen. Ein schneller Blick auf den Homescreen reicht, um zu wissen, wie es deinem Balkonkraftwerk geht, ohne die App zu öffnen.
Standortbasierte Automationen: Die App kann deinen Standort nutzen, um Automationen auszulösen. Zum Beispiel: "Wenn ich das Haus verlasse und die Solarleistung über 300 W liegt, schalte den Geschirrspüler ein." Clever, aber optional.
Fernzugriff einrichten
Die Companion App funktioniert im lokalen Netzwerk sofort. Für den Zugriff von unterwegs brauchst du eine der folgenden Lösungen:
Nabu Casa (6 Euro/Monat): Der offizielle Cloud-Dienst von Home Assistant. Einfachste Einrichtung, verschlüsselte Verbindung, unterstützt gleichzeitig das Home-Assistant-Projekt finanziell. Einmal aktiviert, verbindet sich die App automatisch, egal wo du bist.
VPN: Kostenlos, wenn du eine Fritzbox mit integriertem VPN hast (WireGuard oder IPSec). Du verbindest dein Handy per VPN mit deinem Heimnetzwerk und greifst dann auf Home Assistant zu, als wärst du zuhause. Technisch etwas anspruchsvoller einzurichten.
Tailscale: Ein kostenloser Mesh-VPN-Dienst, der die Einrichtung deutlich vereinfacht. App auf dem Handy installieren, Tailscale auf dem Raspberry Pi installieren, fertig. Beide Geräte sehen sich, egal wo sie sind.
Stärken der Companion App
Die Companion App ist unschlagbar in der Flexibilität. Du bist nicht auf vordefinierte Ansichten beschränkt, sondern siehst genau das, was du in Home Assistant konfiguriert hast. Die Push-Benachrichtigungen sind mächtiger als bei jeder Hersteller-App, weil du die Trigger selbst definierst. Und die App ist werbefrei.
Schwächen der Companion App
Du brauchst Home Assistant als Voraussetzung. Ohne ein laufendes lokales System ist die App nutzlos. Und der Fernzugriff erfordert einen Zusatzschritt (Nabu Casa, VPN oder Tailscale). Für Einsteiger ohne Smart-Home-Erfahrung ist die Lernkurve steiler als bei einer Hersteller-App.
Grafana Mobile: Dashboards to go
Grafana hat keine dedizierte Mobile-App, aber das Web-Interface ist mobilfähig. Du öffnest Grafana im mobilen Browser und siehst deine Dashboards, angepasst an den kleinen Bildschirm.
Wie Grafana mobil funktioniert
Grafana läuft als Weboberfläche, die auf dem Smartphone im Browser geöffnet wird. Die Dashboards passen sich automatisch an die Bildschirmgröße an (Responsive Design), wobei die mobile Darstellung nicht immer optimal ist. Panels, die auf dem großen Bildschirm nebeneinander stehen, werden auf dem Handy untereinander gestapelt.
Du kannst Grafana als "Web-App" auf dem Homescreen speichern (auf Android: "Zum Startbildschirm hinzufügen"), dann öffnet es sich wie eine normale App ohne Browser-Rahmen.
Fernzugriff für Grafana
Grafana läuft auf deinem lokalen Server und ist standardmäßig nur im Heimnetzwerk erreichbar. Für den mobilen Zugriff brauchst du die gleichen Fernzugriffslösungen wie bei Home Assistant (VPN, Tailscale, Cloudflare Tunnel).
Stärken von Grafana Mobile
Die Stärke von Grafana liegt in der Visualisierung. Die interaktiven Diagramme funktionieren auch auf dem Smartphone: Reinzoomen in Zeiträume, Hover über Datenpunkte für Details, Zeitbereich per Swipe ändern. Für detaillierte Analysen unterwegs ist Grafana besser als jede Hersteller-App.
Schwächen von Grafana Mobile
Grafana ist nicht für Mobile-First entwickelt. Komplexe Dashboards mit vielen Panels werden auf dem kleinen Bildschirm unübersichtlich. Es gibt keine nativen Push-Benachrichtigungen (Grafana Alerting kann E-Mails und Telegram-Nachrichten, aber keine Push auf dem Handy). Und die Ladezeit kann bei großen Dashboards und langsamer mobiler Datenverbindung spürbar sein.
Tipp: Erstelle ein separates, schlankes Dashboard für die mobile Nutzung mit nur den wichtigsten 3-4 Panels. Das lädt schneller und ist besser lesbar als das vollständige Desktop-Dashboard.
Widget-Lösungen: Ertrag auf dem Homescreen
Manchmal willst du nicht mal eine App öffnen. Ein Widget auf dem Homescreen, das den aktuellen Ertrag oder den Tagesertrag zeigt, reicht für den schnellen Check.
Android Widgets
Home Assistant Companion Widgets: Die HA Companion App bietet Widgets, die den Wert eines beliebigen Sensors anzeigen. Du kannst einen Sensor für die aktuelle Leistung, den Tagesertrag oder den Eigenverbrauchsanteil als Widget auf den Homescreen legen. Das Widget aktualisiert sich automatisch.
Shelly App Widget: Die Shelly App bietet ein einfaches Widget, das den aktuellen Status des Shelly Plug S anzeigt: Leistung in Watt und kumulierte Energie.
KWGT/Tasker: Für Bastler mit Android lassen sich über KWGT (Kustom Widget Maker) und Tasker komplett individualisierbare Widgets bauen, die per HTTP-API Daten von Home Assistant, Grafana oder InfluxDB holen und anzeigen.
iOS Widgets
Home Assistant Companion Widgets: Auch auf iOS bietet die Companion App Widgets. Sie sind etwas eingeschränkter als auf Android (Apple-Limitierungen), aber zeigen Sensorwerte zuverlässig an.
Shortcuts + Widgets: Mit der iOS Shortcuts App kannst du einen Workflow erstellen, der eine HTTP-Anfrage an dein Monitoring-System schickt und den Ertrag als Widget anzeigt. Das erfordert etwas Bastelarbeit, funktioniert aber gut.
Hersteller-App Widgets: Manche Hersteller-Apps (Hoymiles S-Miles Home) bieten eigene iOS-Widgets. Die Verfügbarkeit und Qualität variiert.
Push-Benachrichtigungen: Wann sich die App meldet
Push-Benachrichtigungen sind der größte Praxisnutzen einer mobilen Monitoring-App. Statt selbst regelmäßig in die App zu schauen, wirst du automatisch informiert, wenn etwas Aufmerksamkeit erfordert.
Welche Benachrichtigungen sind sinnvoll?
Störungs-Alarm: "Dein Balkonkraftwerk ist seit über einer Stunde offline." Das ist die wichtigste Benachrichtigung, weil sie echte Probleme aufdeckt (Wechselrichter-Ausfall, Kabelschaden).
Tägliche Ertrags-Zusammenfassung: "Heute: 3,8 kWh. Gestern: 4,1 kWh." Eine abendliche Zusammenfassung hält dich informiert, ohne aufdringlich zu sein.
Anomalie-Warnung: "Modul 2 hat heute 35 % weniger geliefert als Modul 1." Das deutet auf ein Problem hin, das du dir anschauen solltest.
Ertrags-Meilensteine: "Dein Balkonkraftwerk hat die 500-kWh-Marke erreicht." Motivierend, aber optional.
Welche Apps können was?
- Hoymiles S-Miles Home: Störungs-Alarm, ja. Ertrags-Zusammenfassung, nein. Anomalie-Warnung, eingeschränkt.
- APsystems EMA: Störungs-Alarm, ja. Sonst eingeschränkt.
- Deye/Solarman: Störungs-Alarm, ja, aber Konfiguration nicht intuitiv.
- Home Assistant Companion: Alles konfigurierbar. Störung, Zusammenfassung, Anomalie, Meilensteine, was immer du definierst.
- Grafana (via Telegram/E-Mail): Alles konfigurierbar, aber keine nativen Push-Notifications auf dem Handy.
Wenn dir Push-Benachrichtigungen wichtig sind und du sie flexibel konfigurieren willst, führt kein Weg an Home Assistant vorbei. Die Hersteller-Apps bieten Basis-Alarme, aber keine individuellen Benachrichtigungen.
Offline-Verfügbarkeit: Was geht ohne Internet?
Ein Aspekt, den viele unterschätzen: Was zeigt die App, wenn du kein Internet hast?
Hersteller-Apps
Die meisten Hersteller-Apps zeigen ohne Internet gar nichts. Sie laden die Daten aus der Cloud und haben keinen lokalen Cache (oder nur einen sehr kleinen). Kein Internet = leerer Bildschirm.
Ausnahme: APsystems EMA im Bluetooth-Modus zeigt Live-Daten direkt vom Wechselrichter, ganz ohne Internet. Aber nur, wenn du in Bluetooth-Reichweite (ca. 10 Meter) bist.
Home Assistant Companion
Die App hat einen lokalen Cache für das letzte bekannte Dashboard. Wenn du kurz offline gehst, siehst du die zuletzt geladenen Daten. Im lokalen Netzwerk (WLAN zuhause) funktioniert die App auch ohne Internet, weil sie direkt mit dem Home-Assistant-Server kommuniziert.
Grafana
Grafana im Browser hat keinen Offline-Modus. Ohne Verbindung zum Server siehst du nichts. Im lokalen Netzwerk funktioniert es aber unabhängig vom Internet.
Die passende App für dein Setup
Die Wahl der richtigen mobilen App hängt direkt von deiner Monitoring-Infrastruktur ab:
Nur Hersteller-App (Stufe 0): Nutze die mitgelieferte App. S-Miles Home für Hoymiles, EMA für APsystems, SUN/Solarman für Deye.
Messsteckdose (Stufe 1): Shelly App für den Shelly Plug S, Tapo App für den Tapo P110, Fritz!Home für die Fritz!DECT.
OpenDTU ohne Server (Stufe 2): Das OpenDTU-Webinterface im mobilen Browser. Funktioniert nur im lokalen Netzwerk, kein Fernzugriff ohne VPN.
Lokaler Stack mit Home Assistant (Stufe 3-4): Home Assistant Companion App, kombiniert mit Fernzugriff über Nabu Casa oder VPN. Optional Grafana im Browser für Detailanalysen.
Wer alles haben will, Hersteller-Daten, lokale Daten, schicke Dashboards und flexible Push-Benachrichtigungen, landet bei der Kombination aus Hersteller-App (als Backup) und Home Assistant Companion App (als Hauptapp). Diese Kombination deckt jeden Anwendungsfall ab, vom schnellen Blick auf den Homescreen bis zur detaillierten Analyse am Abend.
Benachrichtigungen richtig konfigurieren: Nicht zu viel, nicht zu wenig
Push-Benachrichtigungen sind ein zweischneidiges Schwert. Zu viele Benachrichtigungen nerven und werden irgendwann ignoriert. Zu wenige und du verpasst echte Probleme. Die Kunst liegt in der richtigen Konfiguration.
Die goldene Regel: Nur benachrichtigen, wenn Handlung nötig ist
Eine Benachrichtigung "Dein Balkonkraftwerk hat heute 3,5 kWh produziert" ist nett, aber nicht actionable. Du kannst nichts tun, um den Wert zu ändern. Eine Benachrichtigung "Dein Balkonkraftwerk ist seit 2 Stunden offline" dagegen ist actionable, du solltest nachschauen.
Empfohlene Benachrichtigungen
Kritisch (sofort):
- Wechselrichter seit über 2 Stunden offline (tagsüber, bei Sonnenschein)
- Tagesertrag unter 0,5 kWh an einem Tag mit über 4 Sonnenstunden
Informativ (einmal täglich, abends):
- Tagesertrag-Zusammenfassung mit Vergleich zum Vortag
- Wochenertrag und Vergleich zur Vorwoche (sonntags)
Selten (bei Meilensteinen):
- Gesamtertrag hat 500/1.000/2.000 kWh erreicht
- Amortisation erreicht (Gesamtersparnis = Anschaffungskosten)
Was du nicht benachrichtigen solltest
- Jede einzelne Wolke, die den Ertrag kurz drückt
- Normale Abschaltung bei Dunkelheit
- Nachtverbrauch des Wechselrichters (1-3 Watt Standby)
- Kurze WLAN-Unterbrechungen (unter 15 Minuten)
Batteriemanagement: Apps und Energieverbrauch
Eine Monitoring-App, die im Hintergrund alle 5 Minuten Daten holt, frisst Akku. Hier ein paar Tipps, damit dein Handy nicht leer ist, bevor du den Tagesertrag checken kannst.
Hersteller-Apps
Die Hersteller-Apps (Hoymiles, Deye, APsystems) sind in der Regel sparsam, weil sie nur bei aktivem Aufruf Daten laden. Im Hintergrund verbrauchen sie minimal Akku (1-3 % pro Tag bei aktivierten Push-Benachrichtigungen).
Home Assistant Companion
Die Companion App kann mehr Akku verbrauchen, besonders wenn Standort-Tracking und häufige Sensor-Updates aktiviert sind. Für reines PV-Monitoring empfehle ich, das Standort-Tracking zu deaktivieren und die Sensor-Update-Frequenz auf "Nur bei App-Öffnung" zu stellen. Push-Benachrichtigungen kommen trotzdem, weil sie serverseitig ausgelöst werden.
Widgets
Widgets aktualisieren sich je nach Betriebssystem alle 15-30 Minuten (Android) oder alle 15 Minuten (iOS). Der Akkuverbrauch ist minimal (unter 1 % pro Tag) und lohnt sich für den schnellen Blick auf den Homescreen.
Vergleich: Die App-Empfehlung nach Monitoring-Setup
Hier nochmal die klare Zuordnung, damit du direkt weißt, welche App zu deinem System passt:
Du hast nur einen Wechselrichter, sonst nichts
Nutze die Hersteller-App. Hoymiles S-Miles Home, APsystems EMA, Deye SUN oder Solarman Smart. Kostenlos, schnell eingerichtet, ausreichend für den Basis-Check.
Du hast einen Shelly Plug S am Wechselrichter
Nutze die Shelly App. Zeigt aktuelle Leistung, Tagesertrag und Verlaufsdiagramme. Alternativ: Integration in Home Assistant und Nutzung der Companion App.
Du hast OpenDTU oder AhoyDTU
Für den lokalen Zugriff: OpenDTU-Webinterface im mobilen Browser. Für unterwegs: Home Assistant Companion App (wenn du HA als zentrale Plattform nutzt) oder die Hersteller-App als Cloud-Backup.
Du hast den vollständigen Stack (HA + InfluxDB + Grafana)
Home Assistant Companion App als Hauptapp. Grafana im mobilen Browser für detaillierte Analysen. Hersteller-App als Notfall-Backup.
Du hast ein Tablet als Wanddisplay
Dort läuft Home Assistant oder Grafana im Kiosk-Modus. Auf dem Handy nutzt du die Companion App oder Hersteller-App ergänzend.
Das perfekte Setup: Ein Widget auf dem Homescreen zeigt den aktuellen Ertrag. Eine abendliche Push-Nachricht fasst den Tag zusammen. Und bei Störungen kommt sofort ein Alarm. So hast du dein Balkonkraftwerk im Blick, ohne dass es zum Vollzeitjob wird.
Am Ende zählt, dass du überhaupt eine App nutzt. Welche genau, ist zweitrangig. Ob Hoymiles, Shelly oder Home Assistant: Der regelmäßige Blick auf den Ertrag ist das, was den Unterschied macht zwischen einem Balkonkraftwerk, das optimal läuft, und einem, das unbemerkt Leistung verliert.